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International Law
: NetbibLesezeichen Salbke
By Axel Schaper
Die TAZ berichtet heute (und BauNetz am 17.06.09) in einem Artikel ‘Halb Haus, halb Park’ über die Eröffnung einer Freiluftbibliothek, dem ‘Lesezeichen’, in dem Ortsteil Salbke von Magdeburg. Die Diskussionen hierüber dauern seit 2005 an; bekannt wurde das Projekt als ‘Bierkistenbibliothek’ (das waren damals die verwendeten Baumaterialien) insbesondere über die Ausstellung Talking Cities 2006. In 2008 wurde der aktuelle Stand auch bei Updating Germany ? Projekte für eine bessere Zukunft, dem deutschen Beitrag zur 11. Internationalen Architekturausstellung der Biennale Venedig 2008 gezeigt. (Morgen, am 21.07.09, wird Updating Germany als IBA-Projekt im Kunstverein Harburger Bahnhof eröffnet; offensichtlich werden auch die Projekte von Venedig nochmals gezeigt.) Die Freiluftbibliothek findet sich in einem sozial benachteiligten Stadtteil, Magdeburg Südost ist Programmgebiet von ‘Soziale Stadt‘. Die ‘Bierkistenbibliothek’ löste ein Planungsverfahren durch Bürger aus, das in dem blog (zurückgehen bis 2007) nachvollziehbar ist. Vor Ort wurde eine Bürgerbibliothek gegründet, die gesammelte Bücher unentgeltlich und formlos entlieh. Über die Aufnahme als Referenzprojekt in ExWoSt (oder direkt zum Steckbrief Salbke) ‘Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere’, Schwerpunkt ‘Gestaltung urbaner Freiräume - Öffentlicher Raum für alle Generationen’ konnten der Neubau durch Karo-Architekten Leipzig und die begleitende Projektmoderation finanziert werden. Ein spannendes Projekt, das hier mit einigen markanten Schlagwörtern hinsichtlich eines Zusammenwirkens von Stadtentwicklung und sozialer Bibliotheksarbeit charakterisiert werden soll: temporäre, Zwischennutzung (von Bauwerken, Flächen; bezogen auf Bibliotheken ließe sich fragen, ob nicht bibliothekarische Projekte sich mit Mut unvollkommen, vorläufig an Orten mit erkanntem Bedarf aufbauen ließen und ggf. wieder aufgegeben werden könnten); partizipative Planung und Beteiligung von Bürgern; Schaffung von Freiräumen mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten kultureller, geselliger, politischer Art; gezielte Ressourcenausrichtung auf einen sozialen Ausgleich durch Lenkung in sozial benachteiligte Stadträume. (UPDATE: Und eine Architektur, die in solchen Stadträumen Identifikationspunkte bietet; das muss nicht Herzog - de Meuron sein.) Die TAZ berichtet, dass das Projekt in einer verkürzten politischen Wahrnehmung auf den Aspekt “Ehrenamt” reduziert wurde: mögen doch auch übrige Mageburger öffentliche Bibliotheken durch ehrenamtliche Bücherausgeber betrieben werden. Das Gegenteil sollte angestrebt werden: eine sozial deutlich profilierte Bibliotheksarbeit durch Bibliothekare mit Zusatzqualifikationen, die z. b. unkonventionelle Formen der Leseförderung an ungewohnten Orten betreiben können; die Zielgruppen ermitteln können (offensichtlich nicht selbstverständlich; ein horrendes Beispiel der Ahnungslosigkeit werde ich später darstellen); einen passgenauen Bestandsaufbau - ggf. mit wandernden Beständen - machen können.
Das Lesezeichen Salbke wurde übrigens mit den Fassadenwaben der ehemaligen Horten-Kaufhäuser errichtet. Eigenartigerweise sehe ich hier aus der Zentralbibliothek aus einem Fenster auf ein Kaufhaus - jetzt Saturn - mit eben solchen Waben.
Full post as published by Netbib on July 20, 2009 (boomark / email).










