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International Law
: NetbibKinderbibliothek am Grindel wird geschlossen
By Axel Schaper
Eine Modellbibliothek für kinderbibliothekarische Arbeit sollte es sein: die Kinderbibliothek am Grindel in Hamburg Eimsbüttel. Nachfolgerin der geschlossenen Kinderbibliothek Kolibri am nahen Mittelweg, am Standort der ebenfalls 2003 geschlossenen Bücherhalle sollte der Zusatz Modell (mag diesen die dann geschaffene Bibliothek auch zu Recht tragen) die Schließungen versüßen. Wie damals schon vorausgeahnt, seit 2007 befürchtet und umkämpft - http://www.kibi-muss-bleiben.de - nun steht der Schießungsbeschluss fest.
Der Standort Grindel wird aufgegeben, die Kinderbibliothek angeblich in die Zentralbibliothek verlegt. Wo sie in diesem Gebäude sein soll, wieso kinderbibliothekarische Arbeit zentral hier sein soll - fachliche Argumente dafür kenne ich nicht. Kirsten Boie (unermüdlich tätig für Leseförderung) hat in einem Interview die Frage gestellt: wenn schon Verlegung, wieso dann nicht nach Wilhelmsburg oder Billstedt? Zwei gute Ortsvorschläge: Wilhelmsburg (Boie nennt diesen Stadtteil aus guter eigener Kenntnis) als Ort der Internationalen Bauausstellung IBA 2013, wo es so viele Möglichkeiten für Experimente geben wird. Nehmen wir Billstedt als Beispiel für einen sozial benachteiligten Stadtteil mit Bedarf für die Ausschöpfung aller Fördermöglichkeiten gerade auch im Bildungsbereich. Der modellhafte Blick würde sich dann auf den Stadtteil richten: was will man dort fördern? Wo sind dabei die Bücherhallen stark? Was können andere besser? In welchen Netzwerkbeziehungen kommen diese Stärken im Blick auf das Ziel am besten zur Geltung? Wie ist kinderbibliothekarische Arbeit zu formulieren, wenn man nicht nur das Kind an sich, sondern Kinder in besonderen Lebenslagen in den Blick nimmt? Also Kinder eines Stadtteils mit sozialer und kultureller Diversität. Welche Arbeit ist unabdingbar von bibliothekarischen Fachkräften zu leisten, wo kann gerade im interkulturellen Bereich ehrenamtlich zugearbeitet werden? In verquerer Form stellt diese Fragen auch die Leitung der Bücherhallen oder die Kultursenatorin. Die Antwort sollte kein Modell sein: wir schließen Grindel. Die Grabstätte sei die Zentralbücherei. Die in Eimsbüttel - wie jeder weiß - nötige Leseförderung wird ein Leseclub (wie schon andernorts an liquidierten Standorten) übernehmen. Die Arbeit dort wird ehrenamtlich geschehen. Modell Hamburg.
Leseklub statt Kinderbibliothek
Full post as published by Netbib on February 26, 2008 (boomark / email).

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