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International Law
: Handakte WebLAWgAmoklauf von Winnenden
By Handakte
Ist es zu früh, angesichts von 15 Todesopfern beim Amoklauf von Winnenden von Vergebung zu sprechen? Wäre nicht Schweigen jetzt das Angemessene? Müssen die Angehörigen nicht erst ihren Verlust wahrnehmen können und Zeit haben, das Entsetzen zuzulassen und die Trauer zu beginnen?
Und wem sollen sie vergeben? Dem 16-jährigen Tim K., der sich selbst getötet hat und keine Reue mehr zeigen kann? Den Eltern, die ihrem Sohn vertraut und die Gefahr fahrlässig falsch eingeschätzt und damit unermessliches Leid über die Familien von 16 Menschen gebracht haben? Sie erwartet ein Strafverfahren und der Zusammenbruch ihres bisherigen Lebens. Wie werden sie und die Angehörigen der Opfer einander begegnen?
Die Humanwissenschaften haben die gesellschaftlichen und umweltbedingten Umstände der Schuld erforscht und nach gesellschaftlichen Bedingungen, nach Voraussetzungen und krankhaften Veranlagungen gefragt. Da kam es darauf an, die Schuld zu verarbeiten und die Rahmenbedingungen für das Gute zu verbessern. Deshalb diskutieren Politiker und Fachleute, ob verschärfte Waffengesetze oder eine bessere Prävention Amokläufe erschweren können. In solchen Debatten, die geführt werden müssen, liegt aber auch etwas Hilfloses.
Darüber hinaus muss die Frage nach dem Bösen gestellt werden, dem ?Hinterhalt der Freiheit?, wie die Theologin Petra Bahr vor zwei Wochen im Rheinischen Merkur schrieb. Tim K. hat das Böse gezeigt, das in uns Menschen liegt. Wir können es per Gesetz, durch Polizeipräsenz und durch Prävention eindämmen. Aber es bleibt und bricht aus.
Quelle: Blog Merkur vom 14.03.2009
Full post as published by Handakte WebLAWg on March 14, 2009 (boomark / email).









